Marktgeschehen

Donald Trump tritt Amt an: Edelmetalle profitieren von Unsicherheit

Wer am 20. Januar 2017 den Fernseher eingeschaltet hat, dürfte bei diesem Anblick an einen schlechten Scherz gedacht haben: Doch es war kein Hollywood-Film, sondern die Amtseinführung eines völlig unberechenbaren Politik-Neulings. Donald Trump ist nun der mächtigste Mann der Welt. Und schon bald könnte Panik statt Party herrschen.

Trump treibt Anleger in den sicheren Hafen Gold, berichtet der Edelmetallhändler „Emporium“ in seinem „Markt & Trends“-Newsletter. Zwar glaubt die Börse immer noch, dass es womöglich gar nicht so schlimm werden kann mit Trump. Doch Donald Trump hält seit seiner Wahl die Welt in Atem mit immer neuen Provokationen und Peinlichkeiten. Er will die Obama-Gesundheitsreform abschaffen, dafür eine Mauer zu Mexiko bauen. Im internationalen Konzert der Mächte legt Trump eine ähnliche Diplomatie an den Tag, wie man sie sonst nur von Despoten kennt.

Allerdings könnte Donald Trump für Edelmetallbesitzer in vielerlei Hinsicht ein Glücksfallsein. Denn er gilt, wie Emporium in seinem Marktbericht klarstellt, als entschiedener Gegner der ultralockeren Geldpolitik. Zudem bringt er bisherige Partner wie beispielsweise China oder die Nato gegen die USA in Stellung.

Der Goldpreis hat auf dieses Säbelrasseln reagiert und in einem Monat fast zehn Prozent an Wert gewonnen. Die bis vor kurzem kaum zu überwindende 1200-Dollar-Marke wurde zurückerobert. Und die Marktstrategen bei Emporium gehen davon aus, dass der Goldpreis auch weiter zulegen dürfte, sobald Donald Trump auch nur eine seiner Drohungen in die Tat umsetzt oder von einem anderen Staaat dermaßen provoziert wird, dass er einen ernsthaften Konflikt vom Zaun bricht. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Donald Trump ist nicht nur Twitter-Dauernutzer, sondern auch Oberbefehlshaber einer atomaren Streitmacht.

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Sebastian Wieschowski

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