Marktgeschehen

Anlageverhalten im Nullzins-Zeitalter: Gold spielt noch eine geringe Rolle

In Deutschland boomt der Handel mit Edelmetallen, Gold ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Bei Umfragen zum Investment-Verhalten spielt das gelbe Metall jedoch bis heute eine eher untergeordnete Rolle.  Bei Umfragen zu den beliebtesten Geldanlage-Formen in Deutschland landet Gold stets auf den hinteren Plätzen.

Das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Online-Bankers “comdirect” erstaunt aber trotzdem. Denn in der Befragung taucht Gold überhaupt nicht in den Top Ten auf.   Weit vorn liegen stattdessen weiterhin die Nullzins-Anlageprodukte Girokonto (57 %), Sparbuch (50 %) und Tagesgeld (35 %). Auch die übrigen Renditekiller wie der Bausparvertrag (29 %) und die Lebensversicherung (27 %) liege weit vor Gold und Silber. Immerhin 16 Prozent der Befragten nannten Festgeld und 12 Prozent sind in Aktien investiert.

Bei vergleichbaren Umfragen, wie sie beispielsweise von dem Edelmetallhändler pro aurum jedes Jahr in Auftrag gegeben und von unabhängigen Meinungsforschungsinstituten durchgeführt werden, landete Gold stets im einstelligen Bereich weit abgeschlagen. Diese Umfrageergebnisse sind jedoch bei näherem Hinsehen wenig verwunderlich. So sind die Deutschen, auch wenn  Geld auf dem Konto keine Zinsen mehr bringt, recht vorsichtig bei alternativen Anlageformen. Und viele Investoren dürften kein Interesse daran haben, sich in die Karten schauen zu lassen – Gold ist eines der beliebtesten „anonymen“ Investments, sodass viele Anleger auch bei einer Umfrage womöglich nicht auf die versprochene Anonymität vertrauen werden. Bei den Umfrageergebnissen sollten Anleger stets im Blick behalten, dass Deutschland nach Zahlen der wichtigen Bullion-Produzenten weltweit zu den Ländern mit der größten Nachfrage nach Anlagegold zählt.

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Sebastian Wieschowski