Marktgeschehen

Inflation hoch, Zinsen runter – 2017 werden Sparer doppelt belastet

Das Jahr 2017 beginnt mit schlechten Nachrichten für Verbraucher und gute Nachrichten für Goldbesitzer: Die neuesten Inflationsdaten fallen überraschend stark aus, nach Angaben des Statistikamtes Eurostat sind die Verbraucherpreise innerhalb des vergangenen Jahres um 1,1 Prozent gestiegen. Und Deutschland ist bei der Teuerung in Europa ganz vorne dabei: Allein im Dezember sind die Verbraucherpreise um 1,7 Prozent gestiegen.

Der Edelmetallhändler „Emporium“ geht in seinem „Markt & Trends“-Newsletter auf die Preisprognosen für Gold. Er beobachtet eine massive Zunahme der  Nachfrage nach Gold. Die Notierung für das gelbe Metall nach dem Bericht zufolge allein in den wenigen Tagen des neuen Jahres um etwa vier Prozent zugelegt. Schritt für Schritt hat sich Gold in Richtung der 1200-Dollar-Marke zurück gearbeitet, ein Rutsch unterhalb von 1100 US-Dollar pro Feinunze ist inzwischen unwahrscheinlich geworden.

Die Inflation steigt inzwischen nach jahrelanger Ruhe wieder spürbar an. Verbraucher zahlen vor allem an der Tankstelle drauf, zudem werden sie durch die anhaltend niedrigen Zinsen weiter belastet. Denn so wird ihr Sparguthaben schleichend entwertet.

Im Jahr 2017 wird die Europäische Zentralbank nach Einschätzung von Emporium vor einer ganz besonderen Herausforderung stehen: Das Inflationsziel von 2,0 Prozent wurde erreicht, das Anleihekaufprogramm soll jedoch noch mindestens bis Ende Dezember 2017 laufen. Und inzwischen ist zu hören, dass es noch bis ins Jahr 2018 hinein verlängert werden könnte. Börsianer dürfen dem Bericht zufolge also weiter munter mit dem billigen Geld der EZB zocken – und die nächste Spekulationsblase provozieren.

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Sebastian Wieschowski